Jahresbericht 2024

Ein weiteres Jahr voller Herausforderungen, Erfolge und wertvoller Erfahrungen liegt hinter uns. In diesem Bericht werfen wir einen Blick zurück auf die wichtigsten Ereignisse, Entwicklungen und Meilensteine, die unser Jahr geprägt haben. Gleichzeitig möchten wir all jenen danken, die mit ihrem Engagement, ihrer Leidenschaft und ihrem Einsatz dazu beigetragen haben, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Team und personelle Kontinuität

In diesem Jahr blieb unser engagiertes Mitarbeiterteam konstant und bewies einmal mehr seine Stärke und Verlässlichkeit. Die Kontinuität unseres festen Teams war ein wertvoller Garant für Stabilität und gemeinsamen Erfolg. Wir sind stolz darauf, dass unser bewährtes Mitarbeiterteam auch in diesem Jahr zusammengeblieben ist und mit vollem Einsatz an einem Strang gezogen hat. Das Jahr hat gezeigt, dass unser Team nicht nur beständig, sondern auch mit Herz und Leidenschaft bei der Sache ist.

Zum Sommer 2024 durften wir eine neue Jahrespraktikantin vom Anna-Siemsen-Berufskolleg in unserem Team begrüßen.

Darüber hinaus haben insgesamt neun Praktikantinnen und Praktikanten für jeweils vier bis sechs Wochen in unserer Einrichtung mitgewirkt. Diese jungen Menschen hatten die Gelegenheit, erste berufliche Erfahrungen im sozialen Bereich zu sammeln und unsere Arbeit aus nächster Nähe kennenzulernen.

Mitbestimmung und Partizipation

Ein besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr lag auf der Mitbestimmung und Partizipation der Kinder und Jugendlichen. Unsere regelmäßigen Kinderkonferenzen fanden alle zwei Monate statt und waren ein fester Bestandteil des pädagogischen Alltags. In diesen Konferenzen konnten die Kinder ihre Anliegen einbringen, über Veränderungen im Haus mitentscheiden sowie gemeinsam Regeln und Reaktionen erarbeiten.

Darüber hinaus wurden die Kinderkonferenzen auch genutzt, um gemeinsam Spiele zu entwickeln und zu spielen – sei es, um das Miteinander zu stärken, Vertrauen aufzubauen oder einfach noch mehr Freude am gemeinsamen Tun zu erleben.

Zu Beginn des Jahres wurden neue Gruppensprecher gewählt, die gemeinsam mit einem pädagogischen Mitarbeitenden die Konferenzen vorbereiteten und leiteten. Dies stärkte nicht nur ihr Verantwortungsbewusstsein, sondern auch ihre Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und ihre Meinung zu vertreten.

Themen der Konferenzen waren unter anderem:

* Planung und Gestaltung von Festen und Aktivitäten,
* Regelungen für den gemeinsamen Alltag,
* Erarbeitung und Anpassung von Maßnahmen bei Regelüberschreitungen,
* Umgang mit Konflikten innerhalb der Gruppe,
* Anregungen für neue Projekte und Anschaffungen.

Besonders wichtig wurde die Partizipation, wenn belastende Ereignisse innerhalb der Gruppe auftraten. In Fällen von Konflikten oder Unstimmigkeiten, die das Miteinander störten, wurde gemeinsam über Folgen nachgedacht. So konnten die Kinder aktiv an Lösungen mitarbeiten und sich mit den Auswirkungen ihres Handelns auseinandersetzen.

Prävention sexualisierter Gewalt

Das Jahr 2024 brachte auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Prävention sexualisierter Gewalt. Um in diesem sensiblen Bereich noch besser geschult zu sein, wurde im März eine Fortbildung mit der Organisation Femina Vita aus Herford durchgeführt. Die Schulung fand in unserem Haus in der Mindener Straße statt und bot den Mitarbeitenden wertvolle Strategien zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt.

Die Fortbildung sensibilisierte das Team erneut für Warnsignale und Handlungsmöglichkeiten, sodass wir in Zukunft noch gezielter reagieren können. Neben der Fortbildung wurde auch intern ein neuer Handlungsleitfaden entwickelt, der Schritt für Schritt beschreibt, wie sich die Mitarbeitenden in entsprechenden Situationen verhalten sollen.

Teamtage und pädagogische Weiterentwicklung

Neben dieser Schulung fanden über das Jahr hinweg mehrere Teamtage statt, an denen unterschiedliche pädagogische und organisatorische Themen bearbeitet wurden. So wurde unter anderem das Konzept zur Trauerbewältigung weiterentwickelt, da viele Kinder und Jugendliche ohne einen Elternteil oder eine andere nahestehende Bezugsperson aufwachsen. Dieses Thema war daher ein wichtiger Fokus in der pädagogischen Arbeit.

Um die Kinder in ihrem individuellen Trauerprozess zu begleiten, wurden persönliche Trauerbücher gestaltet, in denen sie ihre Erinnerungen, Gedanken und Gefühle festhalten konnten. Zudem kamen einfühlsame Trauerspiele mit Karten zum Einsatz, die es den Kindern ermöglichten, ihre Emotionen auf spielerische Weise auszudrücken, Trost zu finden und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Vielfältige Angebote und Projekte

Neben diesen zentralen Themen gab es viele weitere Angebote für die Kinder und Jugendlichen. Dazu gehörten:

* PC-Führerscheine, um den sicheren Umgang mit digitalen Medien zu fördern,
* kreative Workshops, bei denen beispielsweise der Wintergarten umgestaltet, dekorative Elemente gebastelt und eine Leseecke eingerichtet wurden,
* spannende Einheiten zum Thema „Licht und Schatten“, in denen die Kinder mit verschiedenen Lichtquellen experimentierten, Schattenspiele inszenierten und erforschten, wie Farben und Stimmungen durch Licht beeinflusst werden können,
* die Herstellung von selbst gemachter Knete,
* ein Handwerksworkshop, bei dem die Kinder und Jugendlichen mit Stoffen und kleinen Möbelstücken arbeiten konnten.

Neugestaltung des Gartenbereichs

Der Gartenbereich wurde in diesem Jahr über mehrere Wochen hinweg umfassend neugestaltet. Neben der Pflanzung eines neuen Baumes wurden Blumenbeete angelegt, der Rasen erneuert und Ecksteine gesetzt, die dem Garten eine klare Struktur verleihen.

Diese Veränderungen haben nicht nur die Außenanlage verschönert, sondern auch einen wertvollen Raum für die Kinder geschaffen, den sie seither intensiv nutzen – sei es zum Spielen, Entspannen oder gemeinsamen Verweilen. Zudem bietet der Garten nun einen besonders schönen Ausblick vom Wintergarten aus, der zum Genießen und Innehalten einlädt.

Feiertage und gemeinsame Aktivitäten

Die Feiertage verliefen in diesem Jahr ruhiger als in den Vorjahren, da viele Kinder diese Zeit bei ihren Familien oder Verwandten verbrachten. Dennoch wurden verschiedene Projekte und Aktivitäten angeboten, um die Feiertage für die Kinder besonders zu gestalten.

So bastelten die Kinder gemeinsam festliche Dekorationen, die sie stolz in den Räumen aufhängten, und nahmen an einer fröhlichen Backaktion teil. Zudem wurden gemütliche Nachmittage mit Geschichten und Liedern veranstaltet, bei denen sich alle zusammenfanden, um bei heißem Kakao eine schöne Atmosphäre zu genießen.

Fußballcamp in den Osterferien

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war die Teilnahme von zwei Kindern am Fußballcamp des FC St. Pauli in Bünde während der Osterferien, die dank des Fördervereins ermöglicht wurde.

Noch heute erzählen die beiden Jungen begeistert von ihren Erlebnissen im Camp – von den intensiven Trainingseinheiten bis hin zu den neuen Freundschaften, die sie dort schließen konnten. Diese Erfahrung hat nicht nur ihre fußballerischen Fähigkeiten gestärkt, sondern auch ihr Selbstvertrauen und ihre Freude an sportlichen Herausforderungen weiter gefördert.

Sommerferienfreizeit auf Schloss Dankern

Ein weiteres ebenso unvergessliches Erlebnis war die Sommerferienfreizeit auf Schloss Dankern, bei der die Gruppe in vier gemütlichen Häusern untergebracht war. Während des Aufenthalts konnten zahlreiche abwechslungsreiche Aktivitäten organisiert werden, die den Kindern viel Freude bereiteten.

Besonders das abendliche Grillen, bei dem alle zusammenkamen, sorgte für eine ausgelassene Stimmung und unvergessliche Momente. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, sodass wir gleich zwei Tage am See verbringen konnten, um Sonne und Erholung zu genießen. Für zusätzliche Abwechslung sorgte das Spaßbad, das von den Kindern gerne genutzt wurde.

Neues Gruppenauto durch soziales Sponsoring

Eine erfreuliche Neuerung gab es im Dezember: Durch das soziale Projekt Caritiva konnte unsere Einrichtung ein weiteres Gruppenauto erhalten. Caritiva ermöglicht sozialen Einrichtungen, über ein Social-Sponsoring-Modell Fahrzeuge zu finanzieren, indem lokale Unternehmen Werbeflächen auf den Autos nutzen.

Dadurch steht uns nun ein zweites Dienstfahrzeug zur Verfügung, wodurch wir unabhängiger von privaten Autos sind. Dies erleichtert die Planung und stellt sicher, dass Fahrten für die Kinder – sei es zu Ausflügen, Arztterminen oder anderen wichtigen Anlässen – noch flexibler und verlässlicher organisiert werden können.

Ausblick

Das Jahr 2024 war geprägt von Entwicklung, Veränderungen und neuen Möglichkeiten. Die Partizipation der Kinder wurde weiter gestärkt, und das Team setzte sich intensiv mit wichtigen pädagogischen Themen auseinander.

Mit all diesen Erfahrungen und Entwicklungen blicken wir zuversichtlich auf das kommende Jahr und freuen uns darauf, den Kindern und Jugendlichen weiterhin einen sicheren, unterstützenden und fördernden Lebensraum zu bieten.