Ein Ort der Stabilität und Entwicklung
Im vergangenen Jahr war unser Kinder- und Jugendhaus erneut ein Ort des gemeinsamen Lernens, Wachsens und Zusammenlebens. Unser Haus war dabei durchgehend nahezu vollständig belegt, sodass wir kontinuierlich Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag begleiten und unterstützen konnten.
Besonders deutlich wurde erneut, wie wichtig Stabilität, Vertrauen und kontinuierliche Beziehungen für die Entwicklung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen sind. So zeigte sich beispielsweise bei mehreren Kindern und Jugendlichen, dass feste Bezugspersonen, klare Tagesstrukturen und ein verlässlicher Alltag dabei halfen, emotionale Sicherheit aufzubauen, Konfrontationen besser zu bewältigen und mehr Vertrauen in sich selbst und andere zu entwickeln.
Freizeitgestaltung und gemeinsame Erlebnisse
Auch im Bereich der Freizeitgestaltung und Angebotsumsetzung konnten im vergangenen Jahr erneut vielfältige gemeinsame Aktivitäten realisiert werden. So besuchte die Gruppe bereits zu Beginn des Jahres einen Mittelaltermarkt, auf dem die Kinder und Jugendlichen auf spielerische Weise in das Leben und die Traditionen des Mittelalters eintauchen sowie historische Darstellungen und mittelalterliche Spiele kennenlernen konnten.
Zu Ostern fand zudem ein gemeinsames Ostergrillen an der Feuerschale statt, das zu einer besonders gemeinschaftlichen und gemütlichen Atmosphäre beitrug.
Ausflug in das Universum Bremen
Im frühen Sommer wurde ein großer Ausflug in das Universum Bremen durchgeführt. Dort hatten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, eigenständig zu experimentieren, unter anderem im Bereich Magnetismus, sowie verschiedene interaktive Ausstellungen zu erleben.
Besonders das Thema Emotionen, das anschaulich und museumspädagogisch gestaltet wurde, stieß auf großes Interesse und bot vielfältige Möglichkeiten zum Ausprobieren und gemeinsamen Austausch.
Ferienfreizeit in Dänemark
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war die gemeinsame Freizeit nach Dänemark, an der alle Kinder, Jugendlichen sowie pädagogischen Mitarbeitenden teilnahmen. Dabei zeigte sich, dass Volleyball von allen Beteiligten besonders gerne gespielt wurde und sich im Verlauf der Freizeit zu einer gemeinsamen Gruppensportart entwickelte, die viel Freude bereitete und den Teamgeist zusätzlich förderte.
Im Anschluss an die sportlichen Aktivitäten sorgte eine Abkühlung im hauseigenen Pool für Erfrischung.
Weitere Ausflüge und gruppenfördernde Aktionen
Zum Ende der Sommerferien fand zudem erneut der inzwischen bereits zur Tradition gewordene Ausflug zum „Blauen Band der Weser“ statt.
Auch in der zweiten Jahreshälfte wurden verschiedene gruppenfördernde Aktionen umgesetzt. So besuchten die Kinder und Jugendlichen die Eishalle Herford zum Schlittschuhlaufen und schauten sich darüber hinaus gemeinsam Eishockeyspiele an.
Zu Halloween wurde das Haus Mindener Straße durch das pädagogische Team in Anlehnung an einen Escape Room gestaltet und mit verschiedenen Rätseln sowie spannenden Elementen vorbereitet. Dies stieß bei den Kindern und Jugendlichen auf große Begeisterung und sorgte für viel gemeinsame Freude.
Kinder- und Jugendkonferenzen
Natürlich fanden auch im betrachteten Jahr regelmäßig die Kinder- und Jugendkonferenzen, kurz KiKos, statt, die einen wichtigen Bestandteil der Partizipation innerhalb der Gruppe darstellen. In diesem Rahmen erhielten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Anliegen, Wünsche, Ideen und auch Kritikpunkte einzubringen und gemeinsam mit dem pädagogischen Team über den Alltag in der Einrichtung zu sprechen und diesen aktiv mitzugestalten.
Im Verlauf des Jahres kam es zu einem Wechsel im Amt der Gruppensprecherin beziehungsweise des Gruppensprechers, da eines der Kinder erfolgreich in den elterlichen Haushalt zurückgeführt werden konnte. Die damit verbundene Neubesetzung wurde im Rahmen der KiKo transparent thematisiert und gemeinsam abgestimmt, sodass die Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen weiterhin gewährleistet blieb.
Fort- und Weiterbildungen des Teams
Im Laufe des vergangenen Jahres nahmen verschiedene pädagogische Mitarbeitende an unterschiedlichen Fort- und Weiterbildungen teil, um ihre fachlichen Kompetenzen kontinuierlich zu erweitern und die Qualität der pädagogischen Arbeit im Haus weiter zu stärken.
Dazu gehörten beispielsweise Fortbildungen zur ressourcenorientierten Biografiearbeit sowie zur Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Ergänzend wurden Kenntnisse im Bereich der systemischen Arbeit vertieft, insbesondere in systemischen Interventionen sowie in der Entwicklung neuer Handlungsperspektiven.
Die gewonnenen Erkenntnisse konnten bereits in den pädagogischen Alltag integriert werden und tragen zur professionellen Weiterentwicklung des Teams bei.
Personelle Kontinuität und Praktika
Besonders erfreulich war im vergangenen Jahr die personelle Kontinuität innerhalb des Teams, da es zu keinen größeren Personalveränderungen kam. Unsere ehemalige Jahrespraktikantin konnte nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung als feste Mitarbeiterin im Team begrüßt werden.
Darüber hinaus wurde das Team durch einen neuen Jahrespraktikanten bereichert, der uns im Rahmen seiner Ausbildung unterstützte und erste wertvolle praktische Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit sammeln konnte.
Insgesamt absolvierten im Jahr 2025 15 Praktikantinnen und Praktikanten ein Praktikum in unserem Haus. Der überwiegende Teil befand sich dabei in einer Erzieherausbildung und war in der Regel für einen Zeitraum von etwa vier bis sechs Wochen bei uns tätig.
Darüber hinaus konnten wir auch Studierende im Rahmen eines pädagogischen Praktikums begrüßen, die Einblicke in die praktische Arbeit im Feld der Kinder- und Jugendhilfe erhielten und diese durch ihre Mitarbeit bereicherten.
Vorverselbstständigung von Jugendlichen
Darüber hinaus wurde im vergangenen Jahr von den pädagogischen Fachkräften ein neues internes Rahmenkonzept für die Vorverselbstständigung von Jugendlichen entwickelt, um diese gezielt auf ein eigenständiges und verantwortungsbewusstes Leben vorzubereiten.
Hintergrund dieser Weiterentwicklung waren veränderte Bedürfnisse und Anforderungen der jungen Menschen, an die das bisherige Vorgehen angepasst wurde. Bestandteil des neuen Rahmenkonzepts ist unter anderem die verstärkte Auseinandersetzung mit alltagspraktischen Kompetenzen, wie etwa der Erstellung von Finanzplänen sowie der Arbeit mit strukturierten Wochenplänen.
Durch diese stärkende Strukturierung und Praxisorientierung soll den Jugendlichen eine bessere Orientierung im Alltag ermöglicht und ihre Selbstständigkeit nachhaltig gefördert werden.
Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendämtern
Die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Schulformen verlief im zurückliegenden Jahr weiterhin sehr positiv und konstruktiv. Durch den regelmäßigen Austausch mit Lehrkräften, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sowie weiteren Fachkräften konnten schulische Entwicklungen, Herausforderungen und Fördermöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen eng begleitet werden.
Besonders hervorzuheben ist ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Jugendämtern, die sich durch einen offenen, unterstützenden und lösungsorientierten Austausch auszeichnete. Gemeinsame Hilfeplangespräche, regelmäßige Absprachen sowie eine vertrauensvolle Kommunikation trugen maßgeblich dazu bei, individuelle Unterstützungsmaßnahmen für die Kinder und Jugendlichen erfolgreich umzusetzen.
Gemeinsamer Jahresabschluss
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Jahr durch viele gemeinsame Erlebnisse, eine stabile Gruppenstruktur und vielfältige pädagogische Angebote geprägt war. Einen schönen gemeinsamen Abschluss bildete der Besuch des Herforder Weihnachtsmarktes.
Auch die Weihnachtstage konnten mit einigen Kindern und Jugendlichen der Einrichtung in einem feierlichen und gemeinschaftlichen Rahmen verbracht werden. Besonders erfreulich war zudem, dass auch ehemalige Jugendliche den Weg zurück in die Einrichtung fanden und gemeinsam mit uns an den Feierlichkeiten teilnahmen.
